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Lesemeer


Durchgelesen und an den Zionismus geglaubt – Teil 232
Der Nahost-Konflikt. Kaum ein Krisengebiet füllt die täglichen Schlagzeilen so sehr – und das seit Jahrzehnten. Und je intensiver ich mich mit den Ursprüngen des Konfliktes beschäftige, umso schwieriger wird es, Recht von Unrecht zu trennen. Wer trägt Verantwortung? Welche Rollen spielen die USA und Europa und gibt es überhaupt eine Möglichkeit, den Konflikt für alle beteiligten friedlich zu beenden? Um diese existenziellen Fragen beantworten zu können, ist ein Blick in die G
berndhinrichs
vor 2 Tagen3 Min. Lesezeit


Durchgelesen und im Varieté der 30er gelebt – Teil 231
Wie war eigentlich der Alltag im Nationalsozialismus? Wie veränderte sich das Leben der Menschen, auf dem Weg von Weimar nach Auschwitz. Das ist für mich eine der zentralen Fragen, wenn ich mich mit deutscher Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auseinandersetze. Arno Frank langweilte mich mit seinem Roman Ginsterburg grandios. Aber es muss doch auch möglich sein, das Leben von Menschen in der Diktatur zu schildern, ohne beliebig zu sein. Anja Kampmann zeigt i
berndhinrichs
26. Juli2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und Tarzan XXL erlebt – Teil 230
Ein monumentaler neuer Prachtband des Taschen Verlags ist der perfekte Anlass, um auf eine der schillerndsten Legenden der Comic-Geschichte zurückzublicken, denn kaum eine ist so paradox wie die von Tarzan, dem Herrn des Dschungels. Sein Siegeszug, der das Genre des Abenteuercomics für immer definieren sollte, wurde von zwei Männern eingeleitet, die unterschiedlicher nicht sein konnten – und die ihre größte Schöpfung anfangs verachteten oder nur als Mittel zum Zweck sahen. Da
berndhinrichs
19. Juli3 Min. Lesezeit


Durchgelesen und die Probleme des Sudan verstanden – Teil 229
Ich weiß nicht, wer sich noch an Fürstin Gloria von Thurn und Taxis erinnert. Diese Intelligenzverweigerin äußerte 2001 in der ARD, dass Aids in Afrika grassiere, „weil der Schwarze gerne schnackselt“. Nun könnte man meinen, dass ist halt die Gedankenwelt einer dummen Rassistin. Aber es ist erstaunlich, wie viele Vorurteile es bei Europäern gegenüber Afrika immer noch gibt. Beispielsweise wird in Europa auch gerne von dem Afrikaner gesprochen. Nur zur Erinnerung, Afrika ist r
berndhinrichs
5. Juli2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und Diversität erlebt - Teil 228
Manche Bücher fühlen sich an wie ein Spaziergang durch einen gepflegten Garten. Andere gleichen einem überwucherten Gewächshaus voller Geheimnisse, in dem hinter jedem Blatt etwas Unerwartetes lauert. Botanik des Wahnsinns von Leon Engler gehört für mich eindeutig zur zweiten Sorte. Es ist ein Roman, der nicht nur erzählt, sondern Stimmungen wachsen lässt – leise, eindringlich und lange nachhallend. Dass dabei Themen aufgegriffen werden, die mich persönlich sehr beschäftigen,
berndhinrichs
28. Juni2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und die Folgen des Genozids in Ruanda erlebt - Teil 227
Draußen rollte die erste Hitzewelle des Jahres über Europa – afrikanische Temperaturen. Zeit meine Beschäftigung mit der Literatur des faszinierenden Kontinents fortzusetzen. Je weiter ich las, desto besser schien der Zeitpunkt zu passen. Jacaranda führt nach Ruanda – in ein Land, dessen Geschichte von einer ganz anderen Hitze geprägt ist als der, die wir gerade erleben. Gaël Faye erzählt nicht vom Genozid selbst, sondern von dem, was Jahrzehnte später geblieben ist: vom Schw
berndhinrichs
21. Juni2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und die Wendezeit erlebt - Teil 226
Mit queerer Literatur habe ich mich bisher kaum beschäftigt. Eine Ausnahme ist das geniale Buch Wünschen von Chukwuebuka Ibeh. Mit dem 2024 im Tropen Verlag erschienenen Roman Verlassene Nester von Patricia Hempel also nun der zweite Roman aus dieser Gattung - ein Nachwende- und Coming-of-Age-Roman. Die Handlung spielt im Sommer 1992 in einem fiktiven Ort an der Elbe. Zwei Jahre nach der Wiedervereinigung steht das Leben hier still. Die ansässige Betonfabrik wurde abgewickelt
berndhinrichs
14. Juni2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und ein Jahrhundert der Kriege erlebt – Teil 225
Am 11. August wird die Longlist für den deutschen Buchpreis verkündet. Für mich gehört der Roman Im ersten Licht von Norbert Gstrein auf jeden Fall auf die Liste. Und eigentlich erwarte ich nichts weniger als die Verleihung des Preises am Vorabend der Frankfurter Buchmesse an den österreichischen Autor. Was sich auf den rund 400 Seiten entblättert ist nichts geringeres als die Charakterstudie eines Menschen in einem mörderischen und barbarischen Jahrhundert. Im ersten Lic
berndhinrichs
7. Juni2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und das Grauen in Kiew erlebt – Teil 224
Manche Bücher sprengen alle Genregrenzen. So wie Baby Jar von Anatoli Kusnezow. Es ist Dokumentation, Autobiografie, Erlebnisbericht und Sachbuch in einem. Nur eines ist es ganz gewiss nicht: ein fiktionaler Roman. Dennoch trägt das Werk den Untertitel Roman eines Augenzeugen. Vielleicht hat das den Vorteil, das sich viele Leser von der Lektüre nicht abgeschreckt fühlen, weil es ja nur ein Roman ist. Es wäre dem Buch sehr zu wünschen. Das Buch schildert die Ereignisse der Jah
berndhinrichs
31. Mai2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und aus dem langsamen Fluss einer Ehe aufgetaucht - Teil 223
Irgendwann im Leben werden die Abzweigungen weniger. Man blickt zurück auf Entscheidungen, Beziehungen, versäumte Möglichkeiten – und ertappt sich bei dem Gedanken, dass vieles nun wohl festgeschrieben ist. Gerade in Liebesdingen schleicht sich mit den Jahren eine leise Resignation ein. Bodo Kirchhoff hält wenig von dieser Vorstellung. Sein neuer Roman Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt erzählt von zwei Menschen jenseits der siebzig, die feststellen müssen, dass selbs
berndhinrichs
17. Mai2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und unter Nazis ums Überleben gekämpft – Teil 222
Manchmal ist es ein Zufall, ein ansprechender Umschlag in einer Buchhandlung, ein viel beachteter Bestseller oder eine Empfehlung aus dem Freundeskreis. Doch die schönsten Entdeckungen macht man oft, wenn man sich auf die Expertise jener verlässt, die das Reich der Bücher am besten kennen: unsere Buchhändlerinnen und Buchhändler. Genau so erging es mir mit Ulrich Alexander Boschwitz' Roman Der Reisend. Eine liebe Kollegin legte mir das Werk ans Herz. Der Roman Der Reisende vo
berndhinrichs
10. Mai2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und über Kürze gestaunt – Teil 221
Den Buchtitel fand ich von Anfang an langweilig: Lázár. Aber durch eine intensive Ausspielung auf Social Media konnte man sich dieser Neuerscheinung gar nicht entziehen. Und nachdem der Roman schon fast an mir vorbei rezensiert, gelobt und beschworen wurde, war es schließlich eine Buchhändlerin, deren eindeutiges Lob mich nun doch neugierig machte. Auf meine Intervention, ob ein schmaler Roman von nur rund 330 Seiten, diesen komplexen und umfangreichen Inhalt überhaupt abdeck
berndhinrichs
26. Apr.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und Land mit Autor kennengelernt - Teil 220
Als ich im Frühjahr 2022 nach rund 35 Jahren das zweite Mal zu Lenz' Deutschstunde griff, war mir noch nicht klar, was dieser Schritt für Folgen haben sollte. In den folgenden vier Jahren verschlang ich geradezu sein Werk und las mich durch die großartige Hamburger Ausgabe seiner Werke, die derzeit leider etwas ins Stocken gekommen ist. Ich entdeckte Lenz als meisterlichen Erzähler auf der Kurz- und Langstrecke. Zu seinem 100. Geburtstag hatte ich mir eine Biografie gewünsch
berndhinrichs
19. Apr.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und Geisteswissenschaft gefeiert – Teil 219
Es gibt Bücher, die man liest, und es gibt Bücher, bei denen man sich beim Lesen immer wieder dabei ertappt, über etwas ganz anderes nachzudenken. Während ich Was wir wissen können von Ian McEwan las, fragte ich mich mehr als einmal: Was wird eigentlich von unserer Literatur übrigbleiben, wenn einmal wirklich alles aus den Fugen gerät? Werden Menschen noch Gedichte lesen, wenn Kriege und Klimakatastrophen die Welt verändert haben? McEwan entwirft genau eine solche Zukunft –
berndhinrichs
12. Apr.3 Min. Lesezeit


Durchgelesen und einen frischen Klassiker entrdeckt - Teil 218
Es ist ein ungewöhnlicher, aber mutiger Ansatz: Zum 100. Geburtstag von Siegfried Lenz erscheint keine weitere klassische Biografie, sondern ein Comic. „Siehst du es? – Grafische Erzählungen über den Schriftsteller Siegfried Lenz“ versammelt 19 Episoden, gezeichnet von Studierenden der HAW Hamburg. Das Projekt, intensiv begleitet von der Siegfried Lenz Stiftung, will den großen Nachkriegsautor nicht als unnahbares Denkmal, sondern als vielschichtige Figur im Spannungsfeld sei
berndhinrichs
5. Apr.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und als Farmer in Afrika geendet – Teil 217
Jeder hat sie ja – diese Bücher der Weltliteratur, die man „unbedingt“ gelesen haben sollte. Sie stehen seit Jahren auf Listen, wandern von Regal zu Regal, werden ehrfürchtig erwähnt und doch immer wieder verschoben. Man kennt ihren Ruf, ihre Bedeutung, ihre literarische Schwere – aber nicht ihren Klang. Tania Blixens Afrika dunkel lockende Welt , unsterblich verfilmt als Jenseits von Afrika ist so ein Buch für mich. Zumindest der erste Satz Ich hatte eine Farm in Afrika ha
berndhinrichs
29. März2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und in Ästhetik gelebt – Teil 216
Eine große Lücke auf meiner Literaturliste ist Ernst Jünger. Laut Deutschlandfunk Kultur war er in der Weimarer Republik ein führender Vertreter des radikalen Nationalismus. Er propagierte einen antidemokratischen, militaristischen „neuen Nationalismus“ und verachtete die Weimarer Republik. Später distanzierte er sich vom Nationalsozialismus und gilt heute als umstrittener, vielschichtiger Autor. Sein bekanntestes Werk In Stahlgewittern liegt noch auf dem Nachttisch. Beginne
berndhinrichs
15. März2 Min. Lesezeit


Durchgelesen Buchenwald erlebt – Teil 215
Die Debatte um die Darstellbarkeit des Schreckens Wie mit dem Unfassbaren umgehen? Theodor W. Adornos hatte dazu eine klare Meinung. Sein Diktum lautet: „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“. Mit diesem Leitsatz kritisierte der Philosoph die Leichtigkeit, mit der Poesie nach dem Holocaust existieren könnte. Es gibt aber auch Gegenstimmen – zum Beispiel Paul Celan. Mit seiner Todesfuge zeigt er, dass Gedichte gerade erst jetzt möglich sind, um das Unfassbar
berndhinrichs
8. März2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und eine Sekte kennengelernt - Teil 214
Waco 1993: Ein Name, ein Trauma, eine Sekte Mit dem texanischen Ort Waco werde ich immer den Namen David Koresh verbinden. Koresh war Anführer einer religiösen Sekte mit Sitz nahe Waco. Er verstand sich als Prophet und beanspruchte eine besondere religiöse Autorität. Innerhalb der Gemeinschaft übte er weitreichende Kontrolle aus, auch über familiäre und sexuelle Beziehungen. Im Februar 1993 versuchte die US-Bundesbehörde ATF (Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms), das Gelä
berndhinrichs
22. Feb.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und italienischen Faschismus erlebt – Teil 213
Ein Echo der Vergangenheit: Die Suche nach dem italienischen Zeitgeist Ich erinnere mich nicht daran, wann ich das letzte Mal zeitgenössische italienische Literatur gelesen habe. Umberto Eco vor Jahren – klar, ein Klassiker. Marco Balzano? Nie gehört. Laut Verlag zurzeit einer der erfolgreichsten italienischen Autoren. Sein neuester Roman Bambino sprang mir in der Buchhandlung meines Vertrauens in die Augen. Auf dem Klappentext der Satz: „Mattia ist ein Faschist der ersten S
berndhinrichs
15. Feb.2 Min. Lesezeit
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