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Lesemeer


Durchgelesen und unter Nazis ums Überleben gekämpft – Teil 222
Manchmal ist es ein Zufall, ein ansprechender Umschlag in einer Buchhandlung, ein viel beachteter Bestseller oder eine Empfehlung aus dem Freundeskreis. Doch die schönsten Entdeckungen macht man oft, wenn man sich auf die Expertise jener verlässt, die das Reich der Bücher am besten kennen: unsere Buchhändlerinnen und Buchhändler. Genau so erging es mir mit Ulrich Alexander Boschwitz' Roman Der Reisend. Eine liebe Kollegin legte mir das Werk ans Herz. Der Roman Der Reisende vo
berndhinrichs
vor 3 Tagen2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und über Kürze gestaunt – Teil 221
Den Buchtitel fand ich von Anfang an langweilig: Lázár. Aber durch eine intensive Ausspielung auf Social Media konnte man sich dieser Neuerscheinung gar nicht entziehen. Und nachdem der Roman schon fast an mir vorbei rezensiert, gelobt und beschworen wurde, war es schließlich eine Buchhändlerin, deren eindeutiges Lob mich nun doch neugierig machte. Auf meine Intervention, ob ein schmaler Roman von nur rund 330 Seiten, diesen komplexen und umfangreichen Inhalt überhaupt abdeck
berndhinrichs
26. Apr.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und Land mit Autor kennengelernt - Teil 220
Als ich im Frühjahr 2022 nach rund 35 Jahren das zweite Mal zu Lenz' Deutschstunde griff, war mir noch nicht klar, was dieser Schritt für Folgen haben sollte. In den folgenden vier Jahren verschlang ich geradezu sein Werk und las mich durch die großartige Hamburger Ausgabe seiner Werke, die derzeit leider etwas ins Stocken gekommen ist. Ich entdeckte Lenz als meisterlichen Erzähler auf der Kurz- und Langstrecke. Zu seinem 100. Geburtstag hatte ich mir eine Biografie gewünsch
berndhinrichs
19. Apr.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und Geisteswissenschaft gefeiert – Teil 219
Es gibt Bücher, die man liest, und es gibt Bücher, bei denen man sich beim Lesen immer wieder dabei ertappt, über etwas ganz anderes nachzudenken. Während ich Was wir wissen können von Ian McEwan las, fragte ich mich mehr als einmal: Was wird eigentlich von unserer Literatur übrigbleiben, wenn einmal wirklich alles aus den Fugen gerät? Werden Menschen noch Gedichte lesen, wenn Kriege und Klimakatastrophen die Welt verändert haben? McEwan entwirft genau eine solche Zukunft –
berndhinrichs
12. Apr.3 Min. Lesezeit


Durchgelesen und einen frischen Klassiker entrdeckt - Teil 218
Es ist ein ungewöhnlicher, aber mutiger Ansatz: Zum 100. Geburtstag von Siegfried Lenz erscheint keine weitere klassische Biografie, sondern ein Comic. „Siehst du es? – Grafische Erzählungen über den Schriftsteller Siegfried Lenz“ versammelt 19 Episoden, gezeichnet von Studierenden der HAW Hamburg. Das Projekt, intensiv begleitet von der Siegfried Lenz Stiftung, will den großen Nachkriegsautor nicht als unnahbares Denkmal, sondern als vielschichtige Figur im Spannungsfeld sei
berndhinrichs
5. Apr.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und als Farmer in Afrika geendet – Teil 217
Jeder hat sie ja – diese Bücher der Weltliteratur, die man „unbedingt“ gelesen haben sollte. Sie stehen seit Jahren auf Listen, wandern von Regal zu Regal, werden ehrfürchtig erwähnt und doch immer wieder verschoben. Man kennt ihren Ruf, ihre Bedeutung, ihre literarische Schwere – aber nicht ihren Klang. Tania Blixens Afrika dunkel lockende Welt , unsterblich verfilmt als Jenseits von Afrika ist so ein Buch für mich. Zumindest der erste Satz Ich hatte eine Farm in Afrika ha
berndhinrichs
29. März2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und in Ästhetik gelebt – Teil 216
Eine große Lücke auf meiner Literaturliste ist Ernst Jünger. Laut Deutschlandfunk Kultur war er in der Weimarer Republik ein führender Vertreter des radikalen Nationalismus. Er propagierte einen antidemokratischen, militaristischen „neuen Nationalismus“ und verachtete die Weimarer Republik. Später distanzierte er sich vom Nationalsozialismus und gilt heute als umstrittener, vielschichtiger Autor. Sein bekanntestes Werk In Stahlgewittern liegt noch auf dem Nachttisch. Beginne
berndhinrichs
15. März2 Min. Lesezeit


Durchgelesen Buchenwald erlebt – Teil 215
Die Debatte um die Darstellbarkeit des Schreckens Wie mit dem Unfassbaren umgehen? Theodor W. Adornos hatte dazu eine klare Meinung. Sein Diktum lautet: „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“. Mit diesem Leitsatz kritisierte der Philosoph die Leichtigkeit, mit der Poesie nach dem Holocaust existieren könnte. Es gibt aber auch Gegenstimmen – zum Beispiel Paul Celan. Mit seiner Todesfuge zeigt er, dass Gedichte gerade erst jetzt möglich sind, um das Unfassbar
berndhinrichs
8. März2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und eine Sekte kennengelernt - Teil 214
Waco 1993: Ein Name, ein Trauma, eine Sekte Mit dem texanischen Ort Waco werde ich immer den Namen David Koresh verbinden. Koresh war Anführer einer religiösen Sekte mit Sitz nahe Waco. Er verstand sich als Prophet und beanspruchte eine besondere religiöse Autorität. Innerhalb der Gemeinschaft übte er weitreichende Kontrolle aus, auch über familiäre und sexuelle Beziehungen. Im Februar 1993 versuchte die US-Bundesbehörde ATF (Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms), das Gelä
berndhinrichs
22. Feb.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und italienischen Faschismus erlebt – Teil 213
Ein Echo der Vergangenheit: Die Suche nach dem italienischen Zeitgeist Ich erinnere mich nicht daran, wann ich das letzte Mal zeitgenössische italienische Literatur gelesen habe. Umberto Eco vor Jahren – klar, ein Klassiker. Marco Balzano? Nie gehört. Laut Verlag zurzeit einer der erfolgreichsten italienischen Autoren. Sein neuester Roman Bambino sprang mir in der Buchhandlung meines Vertrauens in die Augen. Auf dem Klappentext der Satz: „Mattia ist ein Faschist der ersten S
berndhinrichs
15. Feb.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und nach Skandinavien geflohen – Teil 212
Gerade wühle ich mich durch einen 1300-Seiten Schinken über deutschsprachige Literatur zwischen 1933 und 1945. Wie ich es mir gedacht habe, ist es der Fluch für mich: Überall Tipps und Neuentdeckungen. Das Mammutwerk selbst werde ich später noch vorstellen. Einer der Tipps, die mich daran erinnerten, dass eine lange vor mir her geschobene literarische Selberverständlichkeit so langsam mal dran wäre ist: Flucht in den Norden von Klaus Mann. In dem 1934 im niederländischen Exi
berndhinrichs
8. Feb.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und an der Côte d’Azur gewesen – Teil 211
Große Erwartungen – und eine erste Irritation Ein neues Buch von Florian Illies. Das lässt aufhorchen. Nach den ersten Ankündigungen vom S. Fischer Verlag von Wenn die Sonne untergeht habe ich mich sehr gefreut. Als ich aber den Band in der Buchhandlung meines Vertrauens in der Hand hielt, dachte ich nur: Was ist das denn? Selten habe ich eine Neuerscheinung mit so schlechtem Papier gehabt. Erst wollte ich das Werk sogar gar nicht mitnehmen. Aber gut, wenn der Inhalt denn zu
berndhinrichs
1. Feb.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und Hitler getroffen – Teil 210
Ernst Weiß: Arzt, Schriftsteller, Exilant Ernst Weiß (1882–1940) war ein österreichisch-deutscher Schriftsteller und Arzt jüdischer Herkunft. Er studierte Medizin, arbeitete zeitweise als Schiffsarzt und verarbeitete seine Erfahrungen häufig literarisch. Bekannt wurde er vor allem durch psychologisch präzise Romane, wie beispielsweise Der Augenzeuge , der erst posthum in den 1960er-Jahren veröffentlicht wurde und sein letztes Werk war. Denn nach der Machtübernahme der Nationa
berndhinrichs
25. Jan.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und das Beben erlebt – Teil 209
Ein Alltag, der kippt – und nichts ist mehr wie zuvor Kennt Ihr das auch? Da geht man ganz entspannt vormittags zum Ikea-Markt, um ein Babybett zu kaufen und von einer Sekunde auf die andere verliert Ihre Eure Welt. Eben noch galten Eure Gedanken dem Baby, dass bald Euer Sein bestimmen wird und plötzlich stürzt die Welt um Euch ein. Nichts ist mehr so wie es vorher war. Alles ist in Auflösung. Das beschreibt zumindest Emma Pattee in ihrem Überraschungserfolg Auf der Kippe . E
berndhinrichs
18. Jan.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und meine Heimatstadt entdeckt - Teil 208
Es gibt diese Bücher, die einfach da sind. Sie stehen in Regalen, die man seit der Kindheit kennt, ohne dass man genau sagen könnte, wann oder warum sie dorthin gekommen sind. Goethe, Schiller, vielleicht ein paar Romantiker – Namen, die auch in Haushalten auftauchen, in denen sonst kaum gelesen wird. In Norddeutschland gehört Theodor Storm oft ganz selbstverständlich dazu, neben Gorch Fock oder anderen vertrauten Klassikern. Wer also bei der Durchsicht der elterlichen Bücher
berndhinrichs
11. Jan.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und Indien entdeckt – Teil 207
Eine Kindheitserinnerung und ein lange gesuchtes Buch Durch meine Kindheit begleitete mich das Europa-Hörspiel Der Stahlelefant . Eine Abenteuergeschichte von Jules Verne, die unter dem Titel Das Dampfhaus auch als Buch erschien. Leider habe ich nie eine schöne Ausgabe gefunden, denn der Band, der 1881 in der Reihe Bekannte und unbekannte Welten im A. Hartleben´s Verlag erschienen ist, wurde in den Antiquariaten zu horrenden Preisen angeboten. Durch Zufall stieß ich auf ein
berndhinrichs
4. Jan.2 Min. Lesezeit


Durchgelesen und ausgenüchtert – Teil 206
Vorurteile über Alkoholabhängigkeit Alkoholkranke hängen von morgens bis abends an der Flasche – nur die harten Sachen. Sie lungern vor dem Bahnhof rum, können keine zwei Tage ohne ihren Stoff auskommen, haben sich eines Tages dazu entschieden Trinker zu sein und begannen mit dem Saufen. So die allgemeinen Vorurteile gegenüber dem Trinker. Daniel Schreiber versucht in seinem Buch Über das Trinken und das Glück mit diesen Vorurteilen aufzuräumen. Der Entschluss zur Nüchternhei
berndhinrichs
28. Dez. 20252 Min. Lesezeit


Durchgelesen und Weltliteratur entdeckt – Teil 206
Was macht Weltliteratur aus? Wodurch zeichnet sich Weltliteratur aus. Eine spannende Frage, die ich gerne mal diskutieren würde mit Euch. Für mich ein Gradmesser ist eine Bemerkung, die ich von einem Bekannten zu Moby Dick gehört habe, als ich ihm gestand, dass ich den Roman das erste Mal lesen würde. Er sagte: Ich beneide Dich darum, dass Du es zum ersten Mal lesen darfst. Was für ein Kompliment. Und was für ein genialer Gradmesser für Weltliteratur. Der Roman Lolita von Vla
berndhinrichs
21. Dez. 20252 Min. Lesezeit


Durchgelesen und das Last-Minute-Weihnachtsgeschenk 2025 entdeckt – Teil 205
Erwartung und Bewunderung für John Irving Es gibt keinen Autoren, dessen neuen Büchern ich so entgegenfiebere wie die von John Irving. Sowieso ist es mir unverständlich, dass der in Kanada lebende Autor bisher noch nicht den Literaturnobelpreis erhalten hat. Sicher, Mr Irving jongliert immer mit den gleichen Bauklötzen, aber er schafft es sie bei jedem Roman so überraschend neu zusammenzusetzen, dass seine Geschichten nie langweilig sind. Außerdem gibt es gegenwärtig niemande
berndhinrichs
14. Dez. 20252 Min. Lesezeit


Durchgelesen und Abschied genommen – Teil 204
Abschied als leiser Prozess In letzter Zeit beschäftige ich mich viel mit der Frage, was es bedeutet, Abschied wirklich zu akzeptieren – nicht als dramatischen Moment, sondern als etwas Leises, das sich langsam in unser Leben schiebt. Ob große Ereignisse oder kleine Veränderungen: ein Leben, das endet, eine Routine, die endet, eine Aufgabe, die wegfällt, ein vertrauter Rhythmus, der plötzlich nicht mehr da ist. Beim Lesen von Frode Gryttens Der letzte Tag des Fährmanns habe i
berndhinrichs
7. Dez. 20252 Min. Lesezeit
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